7 häufig gestellte Fragen

Was sind Kurz-Umtriebs-Plantagen?

Kurz-Umtriebs-Plantagen (KUP) sind Plantagen mit schnellwachsenden Baumarten, die auf landwirtschaftlichen Flächen angelegt werden. Sie sind damit per se kein Wald. Die am häufigsten vorkommenden Arten sind Weiden und Pappeln, die dann in relativ kurzer Zeit geerntet werden. Die Rotationszyklen für Pappeln von IKEA-Industrie in der Slowakei sollen 5 Jahre betragen.

Wie viele Plantagen wollen wir pflanzen?

Unser Ziel ist es, auf 4.000 Hektar Land Plantagen anzulegen, um 30 % der Holzmasse abzudecken, die für die Herstellung unserer Spanplattenprodukte in Malacky benötigt wird.

Sind Plantagen nicht eine Verschwendung von fruchtbarem Boden ?

Das Land, das wir für unsere Pappeln nutzen, ist von geringer bis mäßiger Bodenqualität (BPEJ-Klassen 5 bis 9), was in vielen Fällen für den Anbau gewöhnlicher landwirtschaftlicher Kulturen nicht geeignet oder nicht kosteneffizient ist.

Welchen Einfluss hat eine Plantage auf den Boden?

Zahlreiche Experten haben den Anbau schnellwachsender Bäume auf landwirtschaftlichem Boden untersucht. Ihre Studien stimmen alle darin überein, dass Pappelplantagen die Bodeneigenschaften und Erträge verbessern.

Forscher einer Universität in Pisa (Italien) berichten in einer Studie, dass der Pappelanbau kein Risiko der Nährstoffdegradierung des Bodens birgt. Stattdessen wirken sich die Plantagen positiv auf den Boden aus, indem sie das Niveau der chemischen und biochemischen Bodenparameter verbessern, zur Artenvielfalt beitragen und mittels langfristiger Kohlenstoffdioxidbindung die Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels unterstützen.

Die Autoren einer deutsch-schwedischen Studie über die Auswirkungen schnellwachsender Baumarten auf Wasser, Boden, Flora und Fauna stellten fest, dass die Bäume von Kurz-Umtriebs-Plantagen den Kohlenstoff deutlich besser akkumulieren als landwirtschaftliche Kulturen. Der Anstieg des Kohlenstoffgehalts im Boden war nach zehn Jahren in einigen Fällen dreimal höher als bei der Nutzung des Bodens für den Anbau landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Die Autoren führten diese Veränderung auf die geringe Bodenbearbeitung und die große Menge an Blättern zurück, die jedes Jahr auf den Boden fallen. Diese bilden allmählich eine fruchtbare Humusschicht, die in der Folge auch zur Anreicherung des Bodens mit Stickstoff führte. Die Forscher resümierten, dass der Anbau schnellwachsender Bäume in Gebieten, die intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, wünschenswert sei. Schnellwachsende Baumplantagen belasten den Boden nicht mit chemischen Düngemitteln. Der Boden selbst ist weniger erosionsanfällig. Im Vergleich zu intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen weisen Kurz-Umtriebs-Plantagen eine bessere Kohlenstoffbindung und Wasserrückhaltung sowie eine höhere Biodiversität auf. 

Führt der Einsatz von schwerem Gerät bei der Ernte nicht zu einer übermäßigen Bodenverdichtung?

Wir ernten im Winter. Das ist ideal, weil der Boden dann gefroren ist. Da wir die Bäume nur aller 5 Jahre ernten, befahren wir unsere Flächen deutlich seltener als Flächen, auf denen gewöhnliche landwirtschaftliche Kulturen wachsen. Dadurch verringern wir sogar die Bodenbelastung.

Verwandelt die Anpflanzung von Pappeln das landwirtschaftliche Land nicht in einen Wald und verringert so die landwirtschaftliche Nutzfläche für die Bauern? Ist das nicht ein Problem?

Unsere Plantagen sind für einen Zeitraum von maximal 20 Jahren geplant. Laut Gesetzeslage zu Kurz-Umtriebs-Plantagen werden die Parzellen in dieser Zeit nicht als Waldland geführt, sondern bleiben als Ackerland registriert. Nach den 20 Jahren geben wir das Land in demselben oder in einem besseren Zustand zurück, in dem es vor der Pflanzung der Bäume war. Es steht dann sofort für die weitere landwirtschaftliche Nutzung bereit. 

IKEA Industry erhält für die Plantagen Subventionen von der EU. Gehen diese Mittel auf Kosten der slowakischen Landwirte, die gewöhnliche landwirtschaftliche Produkte anbauen?

IKEA Industry erhält nur dann Agrarsubventionen, wenn es das Land besitzt oder pachtet. Bei einer Zusammenarbeit mit dem Landwirt erhält er den Zuschuss. Gemäß den EU-Agrarvorschriften müssen mindestens 5% der gesamten Landwirtschaftsfläche des Antragstellers, der eine Subvention beantragt, für das sogenannte Greening verwendet werden. Unter Greening versteht man Maßnahmen bzw. Flächen, die der Verbesserung des Klimas und der Umwelt dienen. Dazu zählt auch der Anbau schnellwachsender Baumarten in Kurz-Umtriebs-Plantagen. KUP ermöglichen den Landwirten somit die Beantragung von EU-Subventionen.